
ZWEI-MILLIONEN-EURO-PROJEKT VON LAND UND BAHN
VON P. POENSGEN
Landesregierung und Deutsche Bahn rüsten auf im Kampf gegen die Graffiti-Schmierer: Mit einem Zwei-Millionen-Euro-Projekt sollen 100 ganz besonders betroffene NRW-Bahnhöfe und S-Bahnstationen vor Schmierereien geschützt werden. Ein Einsatz, der sich lohnt: Denn die Graffiti-Entfernung kostet 8,5 Millionen Euro – und zwar jedes Jahr. Ortstermin am S-Bahnhof Friedrichstadt: Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (40, CDU) und der Bahn-Bevollmächtigte Reiner Latsch machten sich gestern ein Bild der Verschmutzungs-Lage. Lienenkämper: „Graffiti ist kein Kavaliersdelikt! Der Schaden geht über die Sachbeschädigung hinaus – denn ein verschmierter Bahnhof wirkt verwahrlost, verursacht Ängste und beeinträchtigt nachhaltig das Sicherheitsempfinden.“ Was jetzt passiert: • In 100 Bahnhöfen und Haltepunkten werden alle glatten Flächen mit einer speziellen Schutzschicht eingesprüht, von der man Graffiti einfach mit Wasser abwischen kann. In Düsseldorf sind das u.a. die S-Bahnhöfe Bilk, Derendorf, Eller-Mitte, Gerresheim, Hellerhof und Wehrhahn. • Die Schmierereien sollen zukünftig spätestens nach 72 Stunden entfernt werden. Ziel: Der Urheber (der sich oft als „Künstler“ sieht) soll frustriert werden, da kaum jemand seine Bilder sieht. Reiner Latsch: „Wir nehmen den Farbschmierern ihr Erfolgserlebnis. Neben der rauchfreien Zone wollen wir so demnächst auch eine graffitifreie Zone schaffen.“
Quelle Bild.de